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Krabatfest in
Sollschwitz vom 18. bis 20. Juli 2008
Beitrag
von Elvira Schuba
Unsere
Tanzgruppe gestaltete am Freitag, dem 18.07.2008 den Eröffnungsabend des
Krabatfestes in Sollschwitz mit. Das Eröffnungsprogramm begann erst 22.00
Uhr, so dass wir Zeit hatten, Freunde und Bekannte zu treffen oder gemütlich
am Tisch im riesigen Festzelt zu schwatzen. Die Sollschwitzer haben auf
einen Festumzug verzichtet und mit vielen Puppen ihren sorbischen Alltag
und die Sagenfiguren unserer Region dargestellt. Auf diese Weise war dem
Besucher zu jeder Zeit ein Umzug geboten, solange er es war, der von Haus
zu Haus zog. Eine sehr schöne Idee.
Das
Programm begann mit einem „Bacon“ (Storch) auf der Leinwand, der
umherzog und alle Puppenmenschen und Sagenpuppen besuchte, mit ihnen
plauderte und scherzte und so dem Zuschauer viel über sie, das Krabatfest
und den Ort Sollschwitz erzählte. Das weitere Programm wurde von Vereinen
der Region gestaltet. Bald fiel mir auf, dass wir die einzigen
Trachtenträger in diesem Programm waren, und dass bis auf die Moderation
alles deutschsprachig vorgetragen wurde.
Da
ich im Moment nicht tanzen kann, war ich in der höchstseltenen Lage,
unser Programm als Zuschauer genießen zu können. Und ich genoss es! Ich
war wieder einmal stolz, dass wir mit Gabi Linack eine sorbischsprachige
Moderatorin zur Seite haben, die ihre für jeden Auftritt speziell
vorbereitete Ansagen luftig leicht vorträgt. An diesem Abend traten sie
und Karl-Heinz Zink als charmantes, zweisprachiges Moderatorenpaar vor die
Zuschauer, das seine Wirkung nicht verfehlte.
Unsere
Tanzgruppe erntete für ihren schwungvollen Auftritt sehr viel Beifall und
hatte begeisterte Mitsänger unter den Zuschauern, bei allen sorbischen
Liedern. Das Erntespiel verfolgten sie schweigend. Ich drehte mich um und
schaute in gespannte Gesichter, die dem Geschehen auf der Bühne
aufmerksam folgten. Die Hauptrolle hatte diesmal Adelheid Herrmann übernommen,
da uns unsere jüngeren Mädchen ausgegangen waren. Ich bewunderte ihr
schauspielerisches Können. Sie sagte mir später dazu, sie wisse gar
nicht mehr, was sie tat und wie sie es tat, so aufgeregt sei sie gewesen.
Aufgeregt wie wohl jede Bäuerin, die von einer Mittagsfrau bedroht wird.
Der
Krabat, der gemeinsam mit dem Schwarzen Müller jeden Beitrag abschließend
kommentierte, verab- schiedetet die Tanzgruppe über einen sowohl
sprachlichen als auch örtlichen Umweg nach Amerika, um die Zeißiger für
die Ausrichtung des nächsten Krabatfestes zu gewinnen. Er begründete die
symbolische Übergabe des Staffelstabes an die Zeißiger damit, dass ein
aus Zeißig stammender Texaner gern in Zeißig das Krabatfest erleben möchte.
Die Legende Krabat erfindet wohl heute noch Legenden, um seine Mitmenschen
für seine Wünsche zu erwärmen. Wir sind gespannt, ob er damit
erfolgreich sein wird.
Dr.
Peter Bresan, der Vorsitzende des Vereins Bratrostwo, stand neben mir, Er
drückte mich und drückte mir nach unserer Vorstellung seine Bewunderung
über unser ausdrucksstarkes und sehr gelungenes Tanzspiel „Ernte“
aus. Voller Stolz konnte ich dieses Lob jedem weitergeben, der mir nach
dem anstrengenden Auftritt noch zuhören konnte.
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